TED Vortrag von Microsoft über Augmented Reality Karten

8. March 2010 17:00

Heute möchte ich euch das TED Video über Augmented Reality Karten präsentieren (Karten mit erweiterter Realität). Weiss schon, Microsoft, da werden sicher wieder alle Apple und Google Fanatiker wegklicken, allerdings ist das deren Verlust, denn es lohnt sich allemal sich dieses Video zu Gemüte zu führen. Gezeigt wird die neueste Generation von Bing Maps (BM), die nun zumindest in den Städten der USA, einiges zu bieten hat und eventuell eine ernstzunehmende Konkurrenz für Google Maps (GM) werden könnte.

WorldWideTelescope in Bing Maps

WorldWideTelescope
Implementiert wurden unter anderem altbekannte Dinge wie Streetview, allerdings auch wirklich neue Features wie WordWideTelescope sobald in der Streetview Ansicht in den Himmel geschaut wird.

Rucksack Streetview in Bing Maps

Lokale Photosynths und Indoor Streetview
Desweiteren sind diejenigen Photosynths, sogenannte 3-dimensionale Fotocollagen ,die mit GEO Daten versehen sind besonders herausgehoben, sodass die Gegend noch besser als mit Streetview erkundet werden kann, somit können auch Innenräume und Büros der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. An den hochfrequentierten Orten setzte Microsoft teilweise schon Rucksackkameras ein, und das Resultat kann sich durchwegs sehen lassen.

Flickr Integration in Bing Maps

Flickr Bilder präzise in Streetview eingebunden
In der Präsentation werden zudem Interaktionen mit GEO getaggten Flickr Bildern gezeigt, hier sehe ich den Anwendungszweck besonders in der Darstellung der Veränderung eines Ortes. So könnte man sich sicher schneller wieder an Orten zurechtfinden, die man seit Jahrzehnten nicht mehr besucht hat oder aber auch einfach um der Bevölkerung die Geschichte eines Ortes näherzubringen.

Live Video Integration in Bing Maps

Live Video in Karten Material eingebettet
Zuletzt folgt das beste, die Live-Video Integration. Keine Ahnung wie die das Signal immer richtig an den schon vorhandenen BM Bildern ausgerichtet haben, allerdings wäre so was an einem Live Event der Hit, man stelle sich sowas an Olympischen Spielen vor.

Eingeschränkte Nutzung da Silverlight nicht überall installiert ist
Der einzige negativ Punkt sehe ich in der konsequenten Verwendung von Silverlight (SL). Kann mir schon vorstellen das Video Integration mir Javascript (JS) wohl eher eine ungemütliche Angelegenheit wäre, doch schliesst SL bereits wieder einige Internet Benutzer aus. Vielleicht wäre hier eine HTML5 Version denkbar? Die Basis Version von BM ist aber nach wie vor in der HTML mit JS Version verfügbar, halt ohne Glossy Features.

Bis dato gelang es mir leider nicht diese Features selbst zu testen da die Version die präsentiert wurde eine private TP (Technology Preview) war. Da hilft wohl nur warten und Däumchen drehen.

Was meint ihr zu den Augmented Reality Karten? Traut euch, nur zu...

Oracle, Sun und OpenOffice.org

19. January 2010 16:03

Wer an der ETH Zürich studiert muss sich wärend seiner Zeit Punkte in Geisteswissenschaftlichen Fächern (sogenannten D-GESS) erarbeiten, damit soll das züchten von ahnungslosen Elite-Zombies verhindert werden. Um meine Punkte zu sammeln trug ich mich in das Pflichtwahlfach 'Digitale Nachhaltigkeit in der Wissensgesellschaft' von Marcus M. Dapp ein.  Getreu dem Motto, D-GESS ist nicht einfach eine weitere Vorlesung, war auch die Aufgabenstellung innerhalb des Semesters eine andere. Gefragt war eine Schriftliche Arbeit und eine dazugehörige Präsentation. Was natürlich schon Welten besser ist als die sonst üblichen Semester Prüfungen. Nach einigem Überlegen wählte ich die aktuelle Thematik rund um die Übernahme von Sun durch Oracle und was dies für Sun's OpenOffice.org (kurz OO.o) bedeuten wird. Ob eine Software Stiftung allenfalls in Frage kommt? Was sind andere erfolgreiche Stiftungen im Software Sektor? Was sind deren Vor- und Nachteile? - Dies und weitere Fragen werden sich hoffentlich nach dem lesen meiner Arbeit erübrigen (ca. 90kB). Zusätzlich sind unten auch die Slides eingebettet, jedoch leider ohne Ton, da ich den vergessen habe aufzunehmen (ist vielleicht auch besser so ;-)

Das Highlight war jedoch, als eine Woche später Simon Phipps von der OpenSource Abteilung von Sun Microsystems an der ETH zu Besuch war, und auch die Vorlesung besuchte. Da er weitestgehend derjenige ist, der Entscheiden muss / kann wie OO.o zukünftig behandelt wird. Leider konnte er sich nicht wirklich zu der Übernahme äussern da diese noch nicht abgeschlossen ist. Doch vermittelte er uns Anwesenden viel prektisches Wissen wie Firmen mit OpenSource umgehen, und damit trotz allen Widerständen gut Gewinn erzielt werden kann.

Simon Phipps - Sun Microsystems

Korrektur
Wie Stephan in dem Forum Eintrag 'Zukunft von OpenOffice nach Sun-Übernahme' hingewiesen hat, kann eine bestehende GPL Lizenz (auch LPGL und dessen verwandte) nicht zurückgezogen werden. D.h. Oracle könnte die Lizenz der aktuellen, unter der GPL Lizenz erhältlichen, Version nicht ändern, sondern lediglich eine spätere Version unter einer neuen Lizenz veröffentlichen.

Eine Woche mit Jolicloud - Ein Erfahrungsbericht

6. January 2010 16:06

In der letzten Semesterwoche vor den Studienferien habe ich mich einem radikalen Test unterzogen. Die Idee war eine Woche nur mit Jolicloud OS zu arbeiten (wenigstens auf dem Laptop) um danach objektiv ein Urteil über das Produkt fällen zu können.

Microsoft OneNote und Windows Live Writer vs. OpenOffice.org

Zu allererst mussten natürlich passende Programme gefunden werden wie ich sie in der Windows Welt verwende. Trotz Wine das per Jolicloud problemlos installiert werden konnte brachte ich es nicht fertig Microsoft OneNote oder Windows Live Writer zu installieren, wäre wohl auch zu einfach gewesen ;-). Das Problem hätte wie hier beschrieben mit einer virtuellen Windows Machine gelöst werden können. Jedoch virtuelle Maschine auf Netbook, keine besonders gute Idee! Daher musste ich wohl oder übel darauf verzichten.

Doch zum Glück gab es da noch Evernote, das sogar auch per Jolicloud installiert werden konnte. Naiv installierte ich es mit einem klick auf das schöne Evernote Icon, doch musste danach feststellen das dies lediglich ein Bookmark für Firefox war das auf Evernote.com verwies. Das ganze wäre nicht weiter schlimm, könnte ich ein Mobiles Internet Abo mein eigen nennen, ohne ist es dann aber einfach nur nutzlos. Evernote aufgeben stand noch nicht zur Debatte, so versuchte ich es mit der Evernote Beta Installation 3.5 unter Wine. Die Beta benötigte leider das .NET Framework 3.5 SP1 woran dann auch dieser Versuch scheiterte. Glücklicherweise funktionierte dann die letzte Variante, nämlich die finale 3.1 Version für Windows unter Wine. Zum schreiben genügt Evernote 3.1 gerade, doch brauchte es Aufgrund der Emulation viel mehr Batterie, hat komische PNG Fehler wie in IE6 und ist auch nicht sonderlich schnell. Daher entschied ich mich nach noch einer anderen Alternative zu suchen.

OpenOffice.org im Zusammenhang mit Dropbox war die nächstliegende und vermutlich beste Wahl. Die 1-Klick installation per Jolicloud funktionierte Problemlos und auch Dropbox lies sich ohne murren einrichten.

Nebenbei auch das Team von Jolicloud findet diese Lösung genial, sodass sie sie ausbauen wollen wie, im Interview mit Techcrunch Michael Arrington, verkündet wurde (Video unten).

Gute Performance

Bezüglich der Geschwindigkeit kann ich nur bedingt Auskunft geben, da Jolicloud auf einem 16GB USB Stick installiert wurde und nicht wie normalerweise auf der internen Festplatte. Auch die Hardware ein HP 2710P (obwohl schon 1.5 Jahre alt) liegt in der Leistungsklasse einiges höher als ein Durchschnitts-Netbook.

Die Startzeiten bei meiner Konstellation ist bei ca. 40 Sekunden verglichen mit dem Windows 7 das auf der internen Festplatte installiert ist und ca. 50 Sekunden benötigt. Jolicloud muss glücklicherweise nach dem hochfahren nicht mehr unnötig Programme oder deren Teile nachladen, sodass angeklickte Programme starten wie wenn der Computer schon einige Zeit gelaufen wäre. (Was ja bei Windows nicht immer der Fall ist ;-)
Das allerdings auch Jolicloud nicht perfekt ist zeigte sich, als ich den Standby oder Ruhezustand Betrieb wechseln wollte. Die Abschaltphase dauerte ungefähr so lange wie wenn man den Computer ganz herunterfahren wollte. Der spätere Warm-Start benötigte danach ungefähr so lange wie wenn man den Computer kalt neustartete. Somit verstehe ich nun auch endlich warum die meisten Mitstudenten die Linux verwenden ihre Laptops immer herunterfahren.

Doppelte Anmeldungen sind einfach nur nervig (und unnötig)

Nachdem man das eine Passwort zum starten der Machine verwendet hat, wird beim starten der Jolicloud Anwendung wiederum nach einem anderen Passwort gefragt. Das ganze ist völlig verständlich, da die Jolicloud Anwendung eine Webseite ist die im modifizierten Firefox geöffnet wird. Allerdings wiederspricht das meinem Verständnis von Cloud OS massiv. Wenn die Jolicloud Entwickler schon den Firefox modifizieren sollten sie sicherlich auch in der Lage sein diesen Prozess zu vereinfachen. Oder worin sollte sonst der Unterschied zwischen einem normalen Linux und dem Jolicloud bestehen?

Worin besteht nun der Mehrwert von Jolicloud (PreBeta) gegenüber einer ‚normalen‘ Linux Distribution?

Dies habe ich mich die ganze Woche ohne Ergebnis gefragt. Bin jedoch offen für Vorschläge.

Mein Fazit

In dieser Woche wurde mir bewusst, dass ich trotz der Abhängigkeit vom Internet nicht alles nur per Internet erledigen kann resp. will. Gerade Backup Katastrophen in der jüngsten Vergangenheit sollten uns doch darauf hinweisen, dass es eine Firma relativ wenig stört wenn Benutzerdaten verloren gehen, dies andererseits für Benutzer weniger der Fall sein wird.

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Internet

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Hallo ich bin Philipp Küng.
Momentan studiere ich an der ETH Zürich Elektrotechnik & Informationstechnologie.

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